Cathrin ist 32 Jahre alt, verheiratet mit Christian und lebt in Nordrhein-Westfalen. Sie ist im Leitungsteam von Lead222 und war bei „CoachingSails“ 2011 mit an Bord. Sie beschreibt sich selbst als strukturiert-kreativen Menschen, was so ziemlich alles erklärt: Cathrin arbeitet hauptberuflich im öffentlichen Dienst und nebenberuflich als Coach für berufliche und persönliche Entwicklung.
Sie hat über 10 Jahre lang leitend Jugendarbeit in ihrer Gemeinde, der EFG Gütersloh, gestaltet und mit einem Team die postmoderne Jugendarbeit „One“ aufgebaut. Weil sie sich als Coach sehr für die Entfaltung und Weiterentwicklung von Menschen interessiert, macht ihr die Arbeit mit jungen Menschen und Leitern, die junge Menschen prägen, besonders viel Spass. Cathrin liebt Reisen nach Skandinavien, Krimis lesen, Texte schreiben, Musik machen und hören, kreativ sein, Netzwerken und tiefe Gespräche.
Gott hat in jeden Menschen eine individuelle, sehr spannende Kombination aus Persönlichkeitsmerkmalen, Fähigkeiten und Leidenschaften hinein gelegt. In der Jugendarbeit ist es wichtig, dass Leiter ihre Mitarbeiter sehr gut kennen, damit sie ihnen helfen können, dieses Potenzial auch auszuschöpfen. Wenn einem Leiter genau das gelingt, dann profitiert nicht nur einer davon, sondern die ganze Gemeinschaft.
Wie kannst du das Potenzial in deinen Mitarbeitern entdecken? Hier einige Tipps:
Ich empfehle dir, mit deinen Mitarbeitern in der Jugendarbeit anzufangen und ein solches Gespräch einmal im Jahr zu führen. Wenn ihr damit gute Erfahrungen gemacht habt, macht mit euren Jugendlichen weiter. Bei den Jugendlichen sollte es allgemeiner gehalten werden, nicht in erster Linie auf die Mitarbeit, sondern auf die Person bezogen.
Zum Abschluss noch zwei wichtige Tipps:
Menschen haben immer bestimmte Grundbedürfnisse, wenn sie mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Das betrifft persönliche Beziehungen, aber auch Erfahrungen in Gruppen, wie zum Beispiel der Jugendgruppe oder dem Mitarbeiterteam. Um welche Bedürfnisse handelt es sich?
1. Menschen möchten wahrgenommen werden.
Das kann durch Kleinigkeiten geschehen, wie Augenkontakt, persönliche Begrüßungen, Nachfragen oder freundschaftliche Berührungen. Menschen haben vor allem den Wunsch, als Person bedingungslos wahrgenommen zu werden, also nicht nur in ihrer Rolle als Teilnehmer oder Mitarbeiter. Wenn du als Leiter Menschen bewusst wahrnimmst und ihnen das durch Gesten aufrichtig zeigst, legst du einen wichtigen Grundstein für eure Beziehung.
2. Menschen brauchen Sicherheit.
Wenn ein Jugendlicher neu in die Jugendgruppe kommt, ist das erstmal auch mit Angst verbunden. Was erwartet mich? Wie sind die anderen? Wie kann ich meinen Platz in der Gruppe finden? Als Leiter kannst du dem Jugendlichen helfen, indem du ihn „an die Hand nimmst“ und ihm durch das, was du sagst und tust, Sicherheit vermittelst. Außerdem solltest du dich regelmäßig fragen: ist die Jugendgruppe/der Mitarbeiterkreis in sicherer Ort? Dazu gehören klare Rahmenbedingungen, ein verletzungsfreier Raum, offene und klare Kommunikation und ein wertschätzender Umgang miteinander.
3. Menschen möchten verstanden werden.
Wann fühlst du dich verstanden? Sicher nicht nur, wenn rüber kommt, WAS du gesagt hast. Du wünscht dir auch, auf einer tieferen Ebene verstanden zu werden. So geht es auch den Leuten in deiner Jugendarbeit. Frage dich immer, wenn du anderen zuhörst: Was steht zwischen den Zeilen? Welche Gefühle und Bedürfnisse spüre ich beim anderen? Was kann ich tun, damit sich der andere von mir im wahrsten Sinne des Wortes „zutiefst“ verstanden fühlt?
Wenn ein Leiter diese Bedürfnisse kennt und ernst nimmt, kann er sehr effektiv leiten. Dies hängt damit zusammen, dass Menschen offen sind für das, was der Leiter sagt und ihm gerne folgen, wenn sie sich wahrgenommen, sicher und verstanden fühlen. So hat es Jesus übrigens auch gemacht!